Wenn Eltern mich zum ersten Mal anrufen, kommt eine Frage fast immer vor: Ist das jetzt Nachhilfe? Und wenn nein – was ist es dann? Lerncoaching, Nachhilfe und Lerntherapie werden im Alltag oft in einen Topf geworfen. Dabei beschreiben sie drei verschiedene Formen von Unterstützung, die an ganz unterschiedlichen Stellen ansetzen.
Nachhilfe arbeitet am Stoff
Nachhilfe setzt im Fach an: Brüche, Grammatik, Vokabeln, die nächste Klassenarbeit. Sie ist genau dann sinnvoll, wenn der Stoff die Lücke ist – nach einer längeren Krankheit, einem Schulwechsel oder einem Thema, das im Unterricht zu schnell gegangen ist.
Was Nachhilfe in der Regel nicht leistet: Sie verändert nicht, wie gelernt wird. Wenn ein Kind den Stoff versteht, solange jemand daneben sitzt, und beim nächsten Thema wieder an derselben Stelle steht, liegt das Thema meist nicht im Fach.
Lerntherapie arbeitet mit einer Diagnose
Lerntherapie richtet sich an Kinder und Jugendliche mit einer diagnostizierten Lernstörung – zum Beispiel einer Lese-Rechtschreib-Störung (LRS) oder einer Dyskalkulie. Sie ist eine fachlich eigenständige Leistung mit eigenem Vorgehen.
Mein Lerncoaching ist keine Lerntherapie und ersetzt sie auch nicht. Wenn eine Diagnose wie LRS oder Dyskalkulie vorliegt, kann Lerncoaching aber begleitend unterstützen: Es arbeitet an der Art zu lernen und an allem, was drumherum passiert.
Lerncoaching arbeitet eine Ebene darüber
Mein Lerncoaching vermittelt keine Fachinhalte. Es setzt eine Ebene über dem Stoff an – beim Lernen selbst. Statt die nächste Klassenarbeit zu retten, gehen wir der Frage nach, woran es eigentlich hängt: Was blockiert? Was fehlt? Was ist längst vorhanden und wird nur nicht genutzt?
Deshalb ist Lerncoaching bei mir kein einzelner Termin, sondern ein Prozess: zwölf Sitzungen über einen Zeitraum von sechs bis neun Monaten. In dieser Zeit geht es darum, in die Tiefe zu gehen und die eigentlichen Ursachen der Lernprobleme zu finden, vorhandene Potenziale zu nutzen und eine Lernumgebung zu schaffen, in der Lernen wieder gelingen kann.
Bei Kindern sind die Eltern mit dabei – das Tandem-Konzept
Mit Kindern arbeite ich nach dem Tandem-Konzept: Kind und Eltern stehen gleichermaßen im Mittelpunkt. Wir arbeiten zu dritt, zu zweit oder allein, je nachdem, was gerade sinnvoll ist – mit getrennten Sitzungen, in denen jede Person ihren eigenen Raum hat.
Jugendliche und Erwachsene begleite ich im Einzelcoaching. Und Eltern von Vorschulkindern können ein Coaching auch nur für sich buchen.
Welche Unterstützung passt?
Eine erste Orientierung:
- In einem Fach fehlt Stoff, ansonsten läuft das Lernen. Dann ist Nachhilfe der kürzere Weg.
- Es liegt eine diagnostizierte Lernstörung vor. Dann ist Lerntherapie der richtige Ort – Lerncoaching kann sie begleiten, aber nicht ersetzen.
- Das Lernen selbst ist das Thema. Aufschieben, Druck, Streit zu Hause, das Gefühl, trotz Mühe nicht weiterzukommen: Dann ist Lerncoaching der passende Ansatz.
Wenn Sie unsicher sind
In der Praxis sind die Grenzen nicht immer scharf. Deshalb steht am Anfang immer ein kostenloses und unverbindliches Erstgespräch am Telefon. Darin schauen wir gemeinsam, was bei Ihnen gerade los ist und welche Form von Unterstützung dazu passt.
Die Sitzungen selbst finden in meiner Praxis in Troisdorf oder online statt – ein reines Online-Coaching ist genauso möglich.



